BÄKO-magazin

„Brezen und Semmeln sind nicht ungesund"

Die bayerischen Bäcker wehren sich gegen Brandmarkung ihrer Produkte, denn kürzlich wurden im Rahmen einer Verzehrstudie Semmeln und Brezen als ungesund eingestuft.

Die bayerischen Bäcker wehren sich gegen Brandmarkung ihrer Produkte, denn kürzlich wurden im Rahmen einer Verzehrstudie Semmeln und Brezen als ungesund eingestuft.„Der Verzehr einer ordentlichen Brotzeit mit reschen Brezen gehört zu Bayern wie der weiß-blaue Himmel", erklärt der bayerische LIM Heinrich Traublinger. Diese Tradition lasse man sich nicht madig machen, betonte er angesichts einer Meldung, in der anlässlich des Weltdiabetestages die „Nationale Verzehrstudie" – eine bundesweite Erhebung zur Ernährungssituation von Jugendlichen und Erwachsenen – speziell für den Freistaat ausgewertet wurde.Im Ergebnis wurde moniert, dass die Bayern weniger Brot, dafür aber mehr Semmeln und Brezen essen und mehr Limonade trinken, wodurch sie zu viel Zucker aufnähmen. Diese Ernährungsgewohnheit würde neben Karies u.a. auch das Diabetesrisiko erhöhen.Traublinger: „Ein echter Schmarrn" „Das ist auf gut bayrisch gesagt ein echter Schmarrn", kommentiert Traublinger. Die Nennung von Semmeln, Brezen und Limonade in einem Atemzug sei so, als würde man Tomaten und Kopfsalat als zu fett für die menschliche Ernährung einstufen, nur weil sie bei der statistischen Erfassung zusammen mit Mayonnaise oder Speiseöl in einer Produktgruppe geführt werden.Semmeln und Brezen haben mit Limonade nicht das Geringste zu tun. Ihr Kohlehydrat- und speziell ihr Zuckergehalt unterscheidet sich nur unwesentlich von dem gängiger Brotsorten, während Limonaden je nach Sorte bei gleicher Verzehrsmenge das Acht- bis Zehnfache an Zucker aufweisen.„Unqualifizierte und tendenziöse Auswertung"Traublinger wehrt sich dagegen, dass im Zusammenhang mit der Volksgesundheit in sträflicher Weise Erhebungen und Statistiken unqualifiziert oder gar tendenziös ausgewertet werden. Gerade bei Fragen der Gesundheit müsse man mit großer Sensibilität vorgehen. Oberflächliche Recherchen und willkürlich Ergebnisinterpretationen verböten sich genau so wie reißerische Headlines oder plakative Slogans. Angesichts des Schadens, den derartige Meldungen anrichten können, mahnt er zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Ernährungsthematik.