BÄKO-magazin

„Lebensmittel sind eigentlich zu billig“

Laut einer aktuellen Medien- und Verbraucherstudie im Auftrag der Heinz-Lohmann-Stiftung findet eine zunehmende Entfremdung zwischen Verbraucher und Ernährungswirtschaft statt.

Laut einer aktuellen Medien- und Verbraucherstudie im Auftrag der Heinz-Lohmann-Stiftung findet eine zunehmende Entfremdung zwischen Verbraucher und Ernährungswirtschaft statt.

 

Vertrauen in die Lebensmittelwirtschaft?

Die deutsche Ernährungswirtschaft wird von den Verbrauchern sehr unterschiedlich wahrgenommen: Während rund ein Drittel der Verbraucher Produktivitätsaspekte – und die damit verbundenen Preiseffekte – für gut befindet und Vertrauen in die Lebensmittelwirtschaft hat, stehen rund 20% der Verbraucher sowie große Teile der Medien und der Internet-Commmunity den produktionstechnischen Errungenschaften der Ernährungswirtschaft äußerst negativ gegenüber. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Georg-August-Universität Göttingen (Lehrstuhl Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte) im Auftrag der Heinz Lohmann Stiftung.

 

„Sehnsucht nach Natürlichkeit“

Die Studie zeigt einen klaren Trend auf: Immer mehr Verbraucher verspüren eine „Sehnsucht nach Natürlichkeit“ – als Ergebnis der zunehmenden Entfremdung von der Lebensmittelproduktion. Die von der Industrie viel gepriesene Effizienz und Technologisierung wird vom Konsumenten als „negative Veränderung von Naturprozessen“ angesehen. Auch die mit der Effizienzsteigerung verbundenen Preissenkungen gelten nicht mehr als legitimes Ziel der Agrarproduktion. Vielmehr sind immer mehr Verbraucher der Meinung, dass Lebensmittel eigentlich zu billig seien, so Studienleiter Spiller.

 

Weiteres Resultat der Studie: Greenpeace hat nach der eigenen Familie und den eigenen Freunden die höchste Glaubwürdigkeit bei den Verbrauchern. Die Lebensmittelkonzerne und die Schlachtunternehmen stehen nach der Politik am schlechtesten da. Eher neutral wird der Lebensmitteleinzelhandel gesehen.