BÄKO-magazin

VDRB: Starke Leistungen

LIM Siebers ging in seinem Referat ausführlich auf die Rahmenbedingungen und das politische Umfeld für den Mittelstand ein. Er konstatierte ein „stark eingetrübtes wirtschaftliches Klima“, geißelte jedoch

LIM Siebers ging in seinem Referat ausführlich auf die Rahmenbedingungen und das politische Umfeld für den Mittelstand ein. Er konstatierte ein „stark eingetrübtes wirtschaftliches Klima“, geißelte jedoch auch die „Regulierungswut der Regierung“, die keine kalkulierbaren Rahmenbedingungen geschaffen habe. Mit Blick auf das Bäckerhandwerk betonte Siebers besonders das immer größer werdende Problem des Mangels an qualifizierten Fachkräften. Die hohe Abbrecherquote in der Ausbildung schade nicht nur dem Betrieb, sondern dem gesamten Bäckerhandwerk. Im Hinblick auf die Konkurrenz durch neue Discountgeschäfte betonte Bernd Siebers, dass vor allem die Differenzierungsstrategie Erfolg verspreche: „Sich durch Sortiment und Qualität abheben“. Jeder, der von dieser Konkurrenz unmittelbar betroffen sei, müsse eine Strategie des Andersseins entwickeln, statt sich auf Preiskämpfe oder Imitation einzulassen. Des Weiteren müsse das Sortiment durchforstet, ggf. verkleinert werden: „Wir können es uns nicht mehr leisten, schwache C-Artikel mit wenig Umsatz durch unsere guten A-Artikel zu subventionieren.“Der Landesinnungsmeister schloss seinen Vortrag mit einem Blick nach vorn. Er stellte dazu fünf Thesen vor: 1. Die Stimmung im Bäckerhandwerk ist schlechter als die Lage. 2. Patentrezepte greifen nicht mehr, Ideen sind gefragt. 3. Der Verbraucher setzt Qualität voraus, zahlt dafür aber auch mehr, wenn Service und Ambiente stimmen. 4. Die regelmäßige Kontrolle betriebswirtschaftlicher Kennzahlen ist unverzichtbar. 5. Die Zeiten werden härter, aber für Engagierte gibt es genug Chancen.Ferner betonte Siebers die Notwendigkeit strategischer Allianzen – Kooperation als Mittel der Kostenreduzierung.Angesichts sinkender Ausbildungszahlen betonte Geschäftsführer Walter Dohr in seinem Jahresbericht: Auch bei der Mitarbeiterführung müssen Sie neue Wege beschreiten, um erfolgreich zu sein“. Anschließend stellte er die Serviceleistungen des Verbandes vor, die sich hoher Nachfrage erfreuen. Da sind zum einen die Betriebsberatungen (476 in 2001), die qualitativ hochwertig und deutlich günstiger seien als die freier Berater. Des Weiteren ist der rheinische Verband mit zehn Erfa-Kreisen größter Betreiber unter allen Landesverbänden. Ein besonders wichtiger Bereich ist die Rechtsbetreuung der Mitglieder. So wurden z.B. im vergangenen Jahr rd. 700 Arbeitsgerichtsprozesse geführt. Dohr kündigte außerdem ein Pilotprojekt zur Videoüberwachung inklusive rechtlicher Abwicklung an. Sehr aktiv ist der Verband in der Öffentlichkeitsarbeit, etwa mit dem „Tag des rheinischen Schnittbrötchens“, der Aktion „Smart für den Prüfungsbesten“, der Kooperation mit dem Radiosender SWR1 und seinem eigenen Marketingpreis, der für 2001 an die Innung Köln-Erftkreis ging.Die Jahresrechnung und der Bericht der Revisionskommission wurden von der Versammlung ebenso einstimmig angenommen wie die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Der Haushaltsplan für 2003 wurde einstimmig gebilligt. Bei der Wahl zum stellvertretenden Landesinnungsmeister setzte sich Bernd Rott (Innung Bonn-Rhein-Sieg) durch. Paul Vloet und Werner Klein wurden ohne Gegenstimme erneut in den Vorstand gewählt. Der Termin für die nächste Delegiertenversammlung steht übrigens bereits fest: Am 18. und 19. Mai 2003 ist Neuwied Gastgeber des Verbandstages der rheinischen Bäcker. Den ausführlichen Bericht über die Delegiertenversammlung des VDRB lesen Sie in BÄKO-magazin 8/2002 ab Seite 48!"