BÄKO-magazin

Gesunder Verzehr ist teurer

Die Bäckerinnung Köln macht auf die Problematik aufmerksam, dass der Verzehr von Backwaren auf der Straße mit 7%, allerdings der als gesünder geltende Verzehr im Laden mit 19% besteuert wird.

Die Bäckerinnung Köln macht auf die Problematik aufmerksam, dass der Verzehr von Backwaren auf der Straße mit 7%, allerdings der als gesünder geltende Verzehr im Laden mit 19% besteuert wird.

Singlehaushalte und die Berufstätigkeit fördern immer mehr den Außer-Haus-Verzehr von Nahrungsmitteln. Die Handwerksbranchen wie Bäcker und Metzger passen sich diesem Umstand an und bieten ihren Kunden belegte Backwaren oder Snacks an. Dabei geht es oft über den Thekenverkauf hinaus; den Kunden wird durch Sitzgelegenheiten auch die Möglichkeit gegeben, ihre Speisen im Laden gesundheitsbewusst zu verzehren.

„Steuerpolitik fördert nicht die gesunde Nahrungsaufnahme“

Allerdings steht der Verbraucher vor der Wahl, 12% Unterschied bäumen sich auf: Verzehr von Backwaren auf der Straße, die mit 7% Umsatzsteuer versteuert werden oder aber 19% Besteuerung auf Backwaren, die im Geschäft verzehrt werden. Diese Steuerpolitik fördert nicht die gesunde Nahrungsaufnahme oder die Ess- und Genusskultur in Deutschland, so die Bäckerinnung Köln.

Für Ernährungswissenschaftler ist neben der gesunden und ausgewogenen Ernährung ebenso die Art der Zufuhr der Lebensmittel ein wichtiger Aspekt. Die Innung stellt dazu die Frage: „Wie kann es dann sein, dass unsere Steuerpolitik aus Kostengründen dazu zwingt, das Essen sozusagen im Vorbeilaufen zu sich zu nehmen?“

Reduzierter Mehrwertsteuersatz

Das aktuelle Mehrwertsteuersystem im Deutschland stehe in einem Missverhältnis zu dem Lebensstil der Bevölkerung. Neben dem gesundheitlichen Ansatz gehe die soziale Funktion für die Bevölkerung verloren. In der Gastronomie haben bereits zwölf europäische Länder den reduzierten Mehrwertsteuersatz eingeführt – seit dem 1. Juli 2009 auch Frankreich. Die Bäckerinnung formuliert die Frage, wann dies in Deutschland möglich ist.