BÄKO-magazin

Alles andere als „brotlose Kunst“

Das neue Emil-Schumacher-Museum zeitgenössischer Kunst im Museumsquartier Hagen hatte die BÄKO Sauerland als Rahmen für ihre diesjährige Generalversammlung gewählt.

Das neue Emil-Schumacher-Museum zeitgenössischer Kunst im Museumsquartier Hagen hatte die BÄKO Sauerland als Rahmen für ihre diesjährige Generalversammlung gewählt. „Nicht zuletzt, um zu zeigen, dass es sich bei unserem Tun nicht um brotlose Kunst dreht“, begründete dies der Aufsichtsratvorsitzende Reinhard Hesse. Diese Aussage wurde durch die Vorlage der Jahresbilanz durchaus bekräftigt.

 

Auch der neue Geschäftsführer des Bäcker­innungsverbands Westfalen-Lippe, Peter Karst, zeigte sich bei seinem Antrittsbesuch von der Hagener BÄKO beeindruckt. „Genossenschaften entspringen einem praktischen Anliegen: Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung“, sagte er. Und diese Eigenschaften seien hier bestens repräsentiert. Sein Appell galt den Mitgliedern: „Sie sind die Entscheider, Kapitalgeber und Geschäftspartner zugleich, deshalb sollten Sie Ihre BÄKO auch in allen Belangen stützen und diese Botschaft zu den Kollegen ins Land tragen, die noch nicht dabei sind.“

 

Klare Prioritäten gesetzt

Vorstand Stefan Gruyters beleuchtete die Bilanz der BÄKO Sauerland vor dem Hintergrund der Wirtschaftslage im vergangenen Geschäftsjahr und der Preisschwankungen vor allem auf den Rohstoffmärkten. Während die Absatzmengen sich positiv entwickelten, seien in einigen Feldern Umsatzeinbrüche zu verbuchen gewesen. Vor allem bei Mehl habe man diese Entwicklungen stark zu spüren bekommen. Dabei zeigte er die Prioritäten klar auf: „Für uns ist es wichtig, die Lagerumsätze im Griff zu behalten.“ Das Streckengeschäft folge als Leistung für die Mitglieder als Zeichen für eine gute Zusammenarbeit.

So stand das letzte Jahr auch ganz im Zeichen der Investitionen in die Lieferlogistik. Insgesamt wurden 64 Tsd. Euro in die Kühlung und Tiefkühlung investiert, auch im Sinne der Energiekosteneinsparung.

 

Wenn die Bilanz auch einen Umsatzrückgang um 11,6% auf rund 19,4 Mio. Euro aufweise, so könne man nicht von einem schlechten Jahr sprechen. So liege aufgrund der Preisrückgänge in allen Warengruppen der preisbereinigte Umsatzrückgang lediglich bei 3,6% und damit deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Wert in Deutschland. Der reine Lagerumsatz konnte bei der BÄKO Sauerland sogar um 3% erhöht werden. Auch seien der Umsatz pro Mitglied sowie die Eigenkapitalquote, über dem Durchschnitt aller BÄKO-Genossenschaften angesiedelt und die Liquiditätslage ebenfalls als „gut“ einzustufen.

 

Der Jahresüberschuss in Höhe von 19,4 Tsd. Euro wurde nach der Einstellung von 2,3 Tsd. Euro in die Rücklagen als Dividende ausgeschüttet. Der ausgewiesene Bilanzgewinn von 17,1 Tsd. Euro erlaubt nach Zustimmung durch die Versammlung die Auszahlung einer Dividende von 10%. Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat erhielt Konditorobermeister Bernd Bücker erneut das Votum der Versammlung. Für zehnjährige Mitgliedschaft bei der BÄKO Sauerland wurden Hagen Lemke (Café Köhle, Schwerte) und Oliver Korte (Konditorei Korte, Lüdenscheid) geehrt. Bereits seit einem Vierteljahrhundert gehört ARV Reinhard Hesse der BÄKO Sauerland an.

 

Kennzahlen 2009

Umsatz: 19,4 Mio. Euro (–11,6%)

Bilanzgewinn: 17,1 Tsd. Euro

Dividende: 10% (17,1 Tsd. Euro)

Eigenkapitalquote: 69,5%

Mitglieder: 71 (–2)