BÄKO-magazin

Mühlen fordern stärkeren Reststoffeinsatz

Anlässlich des „Tages der erneuerbaren Energien“ am 26. April hat sich der Verband Deutscher Mühlen für einen stärkeren Einsatz von Reststoffen eingesetzt.

Anlässlich des „Tages der erneuerbaren Energien“ am 26. April hat sich der Verband Deutscher Mühlen für einen stärkeren Einsatz von Reststoffen eingesetzt.

„Energie sollte nicht aus wertvollen Nahrungsmitteln wie Getreide gewonnen werden“, erklärt Manfred Weizbauer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Mühlen e.V. (VDM), Bonn. Sinnvoller für die Erzeugung von Agrokraftstoffen sei der Einsatz von Reststoffen. Bei Getreide sind dies beispielsweise Spelzen, Halmreste und Getreidepellets. Auch Nebenprodukte wie Kleie oder äußere Bestandteile des Korns eignen sich zur „Bio“-Energiegewinnung.

Ruf nach Förderung neuer Lösungen

Derzeit ist der Anteil aus Reststoffen, Holz oder Gräsern gewonnener Energie im Agrosprit-Markt noch zu gering. Der VDM fordert deshalb, die Förderung mit öffentlichen Mitteln verstärkt diesen Agrokraftstoffen der zweiten Generation zukommen zu lassen. Diese werden zwar bereits hergestellt, sind aber noch nicht ausgereift. Auch das Bundesumweltministerium empfiehlt in einem Erfahrungsbericht den verstärkten Einsatz von Reststoffen zur Energieerzeugung. Auf Betreiben des VDM wurde der Einsatz von Mühlenreststoffen und Nebenprodukten in Biogasanlagen erleichtert – ein energetisch wie umwelt- und verbraucherpolitisch sinnvoller Schritt.

Nahrungsmittelengpass durch hohe Agrokraftstoffquote?

Der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments sieht für 2015 einen Mindestanteil von Agrokraftstoffen an der gesamten Kraftstoffmenge von 4%, für 2020 von 5% vor. In Deutschland ist derzeit eine Agrokraftstoffquote von 6,25% gesetzlich vorgeschrieben; ein Gesetzentwurf zur Absenkung des Anteils auf 5,25% wurde Ende März von der Tagesordnung des Bundestags gestrichen. Der VDM bedauert dies: „Je höher die Quoten festgesetzt werden, desto gefährdeter ist bei Energiegewinnung aus Getreide die Nahrungsmittelversorgung nach schlechten Ernten“, erklärt Weizbauer.