BÄKO-magazin

Kosten laufen den Bäckern aus dem Ruder

Der Bäckerinnungsverband Westfalen-Lippe und der Verband des Rheinischen Bäckerhandwerks weisen darauf hin, dass Kostensteigerungen an allen Fronten Preiserhöhungen bei Brot und Brötchen unausweichlich

Der Bäckerinnungsverband Westfalen-Lippe und der Verband des Rheinischen Bäckerhandwerks weisen darauf hin, dass Kostensteigerungen an allen Fronten Preiserhöhungen bei Brot und Brötchen unausweichlich erscheinen lassen. Besonders drastisch seien die Kostensteigerungen bei den Mehlpreisen mit mehr als 20% in den letzten Monaten gewesen. Die Preise für Brotgetreide seien innerhalb eines Jahres um bis zu 60% gestiegen. Auch der starke Anstieg der Energiekosten von 20 bis 25% wirke sich gravierend auf das energieintensive Bäckerhandwerk aus. Die Molkereiprodukte, die sich in den letzten Monaten um 20 bis 30% verteuert hätten, träfen die Bäckereien ebenfalls in vollem Umfang. Auch die gestiegenen Kosten für Verpackungsmaterialien (rd. 8%) und die bereits deutlich gestiegenen sonstigen Rohstoffpreise, z. B. für Nüsse und Mandeln, ließen sich durch Kosteneinsparungen nicht mehr abfedern. Die Gehaltserhöhung für die Mitarbeiter (1,8%) falle da kaum ins Gewicht. „Eine solche Kostenlawine hat das Bäckerhandwerk in den letzten zehn Jahren noch nicht erlebt“, so LIM Bernd Siebers. „Bei allem Verständnis für unsere Verbraucher, die ja ebenfalls von diesen drastischen Kostensteigerungen betroffen sind, sehe ich keine Möglichkeit, diese Kostenexplosion durch Einsparungen im Betrieb aufzufangen.“ Besonders dramatisch sei der Umstand, dass den Bäckern in Kürze weitere Mehlpreissteigerungen ins Haus stünden. Hauptgrund für diese Kostenexplosion sei neben Witterungseinflüssen die Tatsache, dass mittlerweile ein Drittel der Roggenernte zu Sprit verarbeitet werde. „Hier ist ein Umdenken der Politik erforderlich“, meint Siebers. Die hohe Zwangsbeimischung für Bio-Kraftstoffe habe wesentlich für diesen Preisschub bei Getreide gesorgt. „Wir fordern daher ein Ende des ,Bio-Diesel-Wahnsinns‘“, so Geschäftsführer Walter Dohr. „Es ist weder ethisch noch wirtschaftlich zu vertreten, dass die Verarbeitung von Getreide zur Energieerzeugung höheren Profit abwirft, als die Verwendung des Getreides als Nahrungsmittel.“""