BÄKO-magazin

Bagatellkündigungen sorgen für Unsicherheit

Die betriebswirtschaftliche Jahrestagung des Bäckerinnungsverbandes Niedersachsen/Bremen stellte die Schwerpunkte „Arbeitsrecht und Marketing“ in den Mittelpunkt.

Die betriebswirtschaftliche Jahrestagung des Bäckerinnungsverbandes Niedersachsen/Bremen stellte die Schwerpunkte „Arbeitsrecht und Marketing“ in den Mittelpunkt.

 

Der Fall „Emmely“, das unerlaubte Verzehren von Brotaufstrich, die Mitnahme von Maultaschenretouren trotz Verbots – drei „Aufreger“, die mit so genannten Bagatellkündigungen endeten. Vor diesem Hintergrund bildete das Thema Arbeitsrecht einen Schwerpunkt der betriebswirtschaftlichen Jahrestagung.

Seit der „Emmely“-Entscheidung bestehe vielfach Unsicherheit darüber, wie mit Bagatellkündigungen umzugehen sei, so der Hamburger Rechtsanwalt Heiko Klages. Ein Aufhebungsvertrag als Ausweg? Oder intensiver das Instrument der Abmahnung einsetzen? Klages’ Empfehlung: „Bevor Sie gegenüber dem Mitarbeiter eine Maßnahme aussprechen, holen Sie erst kompetenten juristischen Rat ein“, empfahl der Fachjurist dringend.

 

Verteuerung der Rohstoffe macht Preisanpassungen nötig Unternehmerische Herausforderungen hat der Bäckermeister auch angesichts der aktuellen Umsatzentwicklung zu bestehen. Eine Umfrage bei norddeutschen Bäckereien habe ergeben, dass vor allem kleine Unternehmen mit bis zu 1 Mio. Jahresumsatz in den ersten beiden Quartalen mit Einbrüchen zwischen 2–8% zu kämpfen hatten. Die aktuelle Lage am Rohstoffmarkt habe zur Folge, dass die Großhandelspreise jetzt auf breiter Front anzögen. Zusätzlich sorgten steigende Personalkosten für weiteren Kostendruck. Es sei daher den Handwerksbäckereien anzuraten, auf die Entwicklung mit den notwendigen Preisanpassungen zu reagieren.

 

Deutlicher Schwund bei Bäckereien

Der wesentlich schärfere Wettbewerb für Handwerksbäcker, etwa durch den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und Abbackstationen der Discounter dürfte zu einer Neubewertung führen, wer in den nächsten fünf Jahren zu den Gewinnern und Verlierern im Backwarenmarkt gehört. So prognostizierte Marketingberater Ralf Beisner den Schwund an selbständigen Handwerksbäckereien um rund 6.000 Betriebe, also von heute knapp 15.000 auf ca. 9.000 im Jahr 2015. Laut Beisner werden sich vor allem solche Betriebe am Markt behaupten, die ihr Image als Handwerk, also die Handarbeit in der Backwarenherstellung, erlebbar machten und Spezialitäten produzierten,die der LEH nicht anbietet.