BÄKO-magazin

Getreidepreise auf „historischem Hoch“

Bei Getreide herrscht in Europa eine lange nicht gekannte Versorgungsknappheit, sodass sogar EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel von einer „zunehmend angespannten Lage auf dem Getreidemarkt spricht.

Bei Getreide herrscht in Europa eine lange nicht gekannte Versorgungsknappheit, sodass sogar EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel von einer „zunehmend angespannten Lage auf dem Getreidemarkt spricht. Wie der Verband Deutscher Mühlen (VDM) mitteilt, hat in der EU-27 die niedriger als erwartet ausgefallene Ernte 2006 zu einer „Versorgungsknappheit“ in diesem Sommer und einem historischen Preishoch geführt. Die Getreidevorräte in den staatlichen Lägern seien stark zurückgegangen: von 14 Mio. t zu Beginndes Wirtschaftsjahres 2006/07 auf gegenwärtig 2,5 Mio. t, bei denen es sich hauptsächlich um Interventionsmais in Ungarn handele. Die Brotgetreidebestände in Deutschland seien sämtlich geräumt.„Die ersten Ergebnisse der diesjährigen Gerste- und Weizenernte fallen, von Spanien abgesehen, bescheiden aus und die Erntearbeiten in den westlichen Mitgliedsstaaten werden durch die nasse Witterung weiterhin erschwert oder verzögert. Weltweit dürften die Beständeam Ende des Wirtschaftsjahres 2007/08 mit 111 Mio. t (davon nur 31 Mio. t in den fünf größten Exportländern) auf ihren tiefsten Stand seit 28 Jahren fallen. Aufgrund schlechter Ernten inwichtigen getreideerzeugenden Ländern und der gleichzeitig wachsenden Nachfrage nach Getreidefür die Herstellung von Bioethanol ist weiterhin mit außergewöhnlich hohen Preisen zurechnen“, urteilt Fischer Boel.Laut VDM lagen die Großhandelspreise für Weizen und Roggen nach der Ernte 2006 im Bundesdurchschnitt bei knapp 110 €/t. Gegenwärtig wird dagegen an den Warenbörsen in Deutschland Brotgetreide zwischen 185 €/t und 210 €/t notiert. An der europäischen Warenterminbörse Matif in Paris wird Weizen in Futterqualität biszur Ernte 2008 bereits jetzt mit über 190 €/t gehandelt. Deshalb müssten die Getreidemühlen auch in den nächsten zwölf Monaten mit weiterhin sehr hohen und gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelten Rohstoffeinstandskosten kalkulieren. Für Mahl- und Brotweizen seien Preise von mehr als 200 €/t durchaus realistisch, wenn man Aufschläge für Qualität und Transportberücksichtigt. In Nachbarländern seien beträchtliche Preisanhebungen bereits zu beobachten."