BÄKO-magazin

Erträge fast wie im Rekordjahr

„Die Getreideernte 2009 ist mit 48 bis 50 Mio. Tonnen mengenmäßig gut und reicht an die Vorjahresergebnisse heran“, so Hans-Christoph Erling, Vorstandvorsitzender des Verbandes Deutscher Mühlen.

„Die Getreideernte 2009 ist mit 48 bis 50 Mio. Tonnen mengenmäßig gut und reicht an die Vorjahresergebnisse heran“, so Hans-Christoph Erling, Vorstandvorsitzender des Verbandes Deutscher Mühlen.

„Bei Weizen erwarten wir aufgrund der regional variierenden Proteingehalte Preisdifferenzierungen, bei Roggen hohe Erträge und gute Kornfüllungen.“, so Erling anlässlich des Ablaufs des Getreide-Wirtschaftsjahres 2008/2009. Die Jahresvermahlung der deutschen Mühlen sank innerhalb eines Jahres von 7,8 auf 7,5 Mio. t. Aus 6,6 Mio. t Weichweizen und 0,9 Mio. t Roggen wurden insgesamt 6,2 Mio. t Mehl hergestellt. Positives Signal in der „Krise“: Der Export stieg um gut 3% auf über 540.000 t Mehl. Und im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbereichen bauen die Mühlen keine Stellen ab.

Umsatzrückgang in der Mühlenbranche

Für den Umsatzrückgang in der Mühlenbranche von 2,2 auf 1,8 Mrd. Euro innerhalb eines Jahres machen die deutschen Mühlen nicht allein die Wirtschaftskrise, sondern vor allem den vorangegangenen Getreidepreis-Boom verantwortlich: Anfang 2008 lag der Großhandelspreis für eine Tonne Weizen zeitweise bei über 300 Euro, aktuell mit rund 140 Euro bei weniger als der Hälfte. Die Mehlpreise im Supermarkt blieben trotz des Getreidepreisanstiegs konstant. Der Grund dafür sind langfristige Verträge zwischen den Mühlen und dem Einzelhandel. Diese laufen aus, und deshalb dürften auch die Verbraucher rechtzeitig zur Weihnachtsbäckerei von den sinkenden Mehlpreisen profitieren.

EU-Pflanzenschutz-Zulassungsverordnung

Sorge bereitet der Mühlenwirtschaft die neue EU-Pflanzenschutz-Zulassungsverordnung: „Die Maßstäbe für Getreideprodukte werden immer strenger, aber es stehen immer weniger Mittel zur Verfügung, um Haltbarkeit und Sicherheit der Produkte zu gewährleisten“, verdeutlichte Erling. Ab 2011 werden Wirkstoffe für den Vorrats- und Pflanzenschutz nicht mehr nach ihrem Anwendungsrisiko, sondern auf den reinen Wirkstoff abgestellt, auch wenn er sich jahrzehntelang in der Praxis bewährt hat. Erling: „Für bis zu 85% der heutigen Wirkstoffe droht das Aus.“

617 mittelständisch geprägte Mühlen in Deutschland stellen jährlich aus rund 7,5 Mio. t Weizen und Roggen vielfältige Mahlerzeugnisse, auch Futtermittel, her. Die Mühlenbranche erwirtschaftet mit rund 6.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 1,8 Mrd. Euro.