BÄKO-magazin

Finanzinvestments an Kaffeebörsen treiben Preise

Kaffee hat sich in den letzten Jahren zum Lifestyle-Lebensmittel entwickelt.

Kaffee hat sich in den letzten Jahren zum Lifestyle-Lebensmittel entwickelt. Zunehmend wird Kaffee auch als finanzielles Investment verwendet. Der Einbruch an den Aktienmärkten hat die ohnehin bereits große globale Nachfrage nach Rohstoffen weiter verstärkt. Neben Erdöl und Gold hat die Investitionsnachfrage auch Kaffee und Lebensmittel erfasst. Kaffee ist das weltweit zweitwichtigste Handelsgut nach Rohöl gemessen am Handelswert. "Aufgrund der anhaltend starken Nachfrage von Investoren und Fonds klettern die Kurse für Rohkaffee seit Monaten an den Börsen in New York und London", erklärt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes in Hamburg. Selbst der deutlich schwächere Dollarkurs kann den Anstieg des Rohkaffeepreises nicht kompensieren. Der Preis für Rohkaffee kletterte, gemessen nach dem Internationalen Preisindex, innerhalb eines Jahres um 33 Prozent (ICO Indicator Price: Monatsdurchschnitt Februar 2007: 104,18 US-Cents; Monatsdurchschnitt Februar 2008: 138,82 US-Cents). Für die Lebensmittelwirtschaft, die sich an den Börsenkursen orientiert, sind die zunehmenden Finanzinvestments an den Rohstoffbörsen belastend. Der Lebensmittelunternehmer büßt aufgrund vermehrter Finanzinvestments an der Börse Planungssicherheit ein und muss mit steigenden Kosten im Einkauf rechnen.Den vermehrten Einstieg von Investoren in Kaffee an der Börse bekommt auch der Verbraucher zu spüren: "Letztlich gehen die Finanzinvestments in Lebensmittelrohstoffe immer zu Lasten des Konsumenten, denn dieser muss im Supermarkt für die Lebensmittel dann mehr bezahlen", so Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer vom Deutschen Kaffeeverband.