BÄKO-magazin

Differenzierte Abschlussbilanz 2007

Der Aufschwung hat sich im Jahr 2007 insgesamt als solide und robust erwiesen. Auch im Schlussquartal ist die deutsche Wirtschaft um preis-, kalender- und saisonbereinigt 0,3% nochmals gewachsen.

Der Aufschwung hat sich im Jahr 2007 insgesamt als solide und robust erwiesen. Auch im Schlussquartal ist die deutsche Wirtschaft um preis-, kalender- und saisonbereinigt 0,3% nochmals gewachsen. Das Wachstumstempo hat sich im Vergleich zum dynamischen dritten Quartal (+0,7%) allerdings deutlich verlangsamt. Ausschlaggebend dafür war insbesondere die schwächere Entwicklung der Binnennachfrage. Zwar haben die Ausrüstungsinvestitionen auch im Hinblick auf die zum Jahresende ausgelaufenen günstigeren Abschreibungsbedingungen das Wachstum im vierten Quartal gestützt, der private Konsum wirkte hingegen dämpfend.Der Außenhandel trug anders als im dritten Quartal im vierten Quartal wieder zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei. Der Arbeitsmarkt profitierte ebenfalls vom Aufschwung und hat sich bis zuletzt weiter kräftig belebt. Insgesamt befindet sich die deutsche Wirtschaft damit nach Auffassung des Bundeswirtschaftsministeriums in einer guten Ausgangsposition für das laufende Jahr. Die konjunkturelle Grunddynamik sei intakt und stehe auf einem soliden Fundament.Allerdings haben sich wichtige Rahmenbedingungen verschlechtert und generell hat sich die Unsicherheit erhöht. So wird die Weltwirtschaft weniger dynamisch expandieren als bisher. Zusammen mit der anhaltenden Euro-Stärke dürfte dies die Impulse, die vom Export ausgehen, spürbar dämpfen. Die Inlandsnachfrage ist zwar bereits jetzt eine tragende Säule des Wachstums und dürfte auch weiter zügig expandieren; eine Belebung des privaten Konsums steht allerdings noch aus und ist, gestützt auf die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt, im weiteren Verlauf des Jahres zu erwarten. Der Aufschwung wird sich insgesamt in seinem Tempo abschwächen. In ihrer Projektion im Rahmen des Jahreswirtschaftsberichts geht die Bundesregierung von einem realen Wachstum von 1,7% für 2008 aus. Die Belebung am Arbeitsmarkt setzt sich kräftig fort. Die gestiegenen konjunkturellen Belastungsfaktoren sind hier bislang noch nicht sichtbar geworden. Im Dezember nahm die Zahl der Erwerbstätigen weiter um saisonbereinigt 30.000 zu. Insgesamt waren nach dem Inlandskonzept 40,20 Mio. Personen (Ursprungszahl) erwerbstätig, 586.000 mehr als im Vorjahr. Der Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung trägt maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.Die privaten Konsumausgaben haben sich allerdings noch nicht vollständig wieder von ihrem Einbruch nach der Umsatzsteuererhöhung im letzten Jahr erholt. Preissteigerungen bei Energie und Nahrungsmittel entzogen zuletzt zusätzlich Kaufkraft und belasteten den Konsum. Entsprechend hat sich dessen Belebung im vierten Quartal 2007 vorerst nicht fortgesetzt. Dies signalisiert auch die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze, die im Dezember erneut um 1,0% abnahmen und im gesamten vierten Quartal kräftig um 2,8% zurückgingen. Trotz des aktuellen Rückganges und der nach wie vor gedämpften Konsumstimmung sprechen die günstigen Rahmenbedingungen wie ein anhaltender Beschäftigungsaufschwung, höhere Tariflohnabschlüsse, die Entlastung durch die Senkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrages und die im Jahresverlauf zu erwartende Abnahme der Teuerungsraten für eine Belebung des privaten Konsums in diesem Jahr. Die Jahresrate des Verbraucherpreisanstiegs ging vorläufigen Angaben zufolge im Januar leicht auf 2,7% zurück, nach 2,8% im Dezember. Die vergleichsweise hohe Jahresteuerungsrate wird weiter deutlich von den gestiegenen Preisen für Energie und Nahrungsmittel beeinflusst. Der Einmaleffekt der Umsatzsteuererhöhung läuft hingegen seit Jahresbeginn aus. Die Teuerungsrate wird daher auch im weiteren Verlauf des Jahres 2008 zurückgehen und zum Jahresende deutlich unter 2% liegen. Voraussetzung ist, dass sich keine Zweitrundeneffekte einstellen und auch die Energiepreise nicht weiter steigen.