BÄKO-magazin

Meisterbrief als Zugangsberechtigung zum Studium?

Für eine Aufwertung der beruflichen Aus- und Weiterbildung spricht sich Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, aus

Für eine Aufwertung der beruflichen Aus- und Weiterbildung spricht sich Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, aus. „Die handwerkliche Spitzenqualifikation, der Meisterbrief, soll bundesweit Zugangsvoraussetzung für ein Studium an Hochschule und Fachhochschule werden“, so Schleyer. Künftig sollen außerdem im Rahmen eines Deutschen Qualifikationsrahmens „Fertigkeiten, Kenntnisse und Kompetenzen“ zählen, über die ein Bewerber tatsächlich verfügt, nicht der Nachweis, wer wo und wie lange gelernt hat. „Ziel muss es sein, eine Mobilitätskultur im Rahmen der Aus- und Weiterbildung zu entwickeln“, erklärte Schleyer bei der Eröffnung einer Internationalen Bildungskonferenz mit Teilnehmern aus 15 Ländern bei der Handwerkskammer Münster. Dies gilt für Deutschland und Europa, um dem wachsenden Bedarf nach Fachkräften, auch solchen mit internationaler Erfahrung zu entsprechen. Das Handwerk arbeitet daher auch intensiv an der Entwicklung eines Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) und eines europaweit gültigen Kreditpunktesystems (ECVET) mit. Die enge Vernetzung von Arbeitswelt und Bildungseinrichtung im deutschen dualen Ausbildungssystem entspricht den Forderungen der Europäischen Kommission, die Arbeitsmarkt-Relevanz von Bildung zu verbessern. „Das duale Lernen in Schule und Betrieb ist Garant für den erfolgreichen Eintritt in das Erwerbsleben“, betonte Schleyer. Die Leistungsfähigkeit der dualen Ausbildung im Handwerk unterstreichen auch die aktuellen Ausbildungszahlen. 155.918 Ausbildungsverträge wurden bis zum 30. September neu abgeschlossen, 8,3% oder rund 12.000 mehr als Im Vorjahr. Besonders positiv ist das Plus von 8,2% bei den betrieblichen Ausbildungsplätzen. Bis zum Jahresende werden rund 180.000 Neuverträge erwartet. Damit reagiert das Handwerk auch auf die bessere Konjunktur und den sich abzeichnenden Fachkräftemangel.."