BÄKO-magazin

Anbau von Genmais gestoppt

Die umstrittene Maissorte „MON 810“ der Firma Monsanto darf in Deutschland nicht mehr angebaut werden. Das hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf einer Pressekonferenz angekündigt.

Die umstrittene Maissorte „MON 810“ der Firma Monsanto darf in Deutschland nicht mehr angebaut werden. Das hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf einer Pressekonferenz angekündigt.

Ursprünglich war vorgesehen, dass der genveränderte Mais auf knapp 3.600 ha angebaut werden sollte. Da die Aussaat unmittelbar bevorstand, musste sich die Ministerin nun verbindlich äußern, ob der auch die umstrittene Maissorte auf die Felder gebracht werden darf oder nicht.

„Gefahr für die Umwelt“

Ilse Aigner will den Anbau und Verkauf von Genmais in Deutschland verbieten. Das gab sie auf einer Pressekonferenz bekannt. Sie habe „berechtigten Grund zu der Annahme, dass der genveränderte Mais der Sorte ,MON 810’ eine Gefahr für die Umwelt darstelle“, so die Landwirtschaftsministerin. Diese Auffassung sei auch vom Bundesumweltministerium bestätigt worden. Damit greife eine Schutzklausel, die über EU-Recht möglich sei. „Es ist eine fachliche Entscheidung und dies muss es aus rechtlichen Gründen auch sein“, betonte Aigner. Studien, hätten ergeben, dass es Risiken für bestimmte Schmetterlinge, Marienkäfer und Wasserorganismen gebe.

Der Mais des Saatgutunternehmens Monsanto ist derzeit die einzige Genpflanze, die Bauern auf die Äcker bringen dürfen. In die Pflanze ist ein Gen gegen den Schädling Maiszünsler eingebaut.

Umweltschützer: Entscheidung war überfällig

Greenpeace, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Anbauverband Bioland begrüßten das Verbot. „ Die Entscheidung war längst überfällig. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass der Genmais eine Gefahr für die Umwelt darstellt“, erklärte Stephanie Töwe, Gentechnik-Expertin von Greenpeace.

„Landwirtschaftsministerin Aigner ist ihrer hohen Verantwortung zum Schutz der Umwelt und der gentechnikfrei wirtschaftenden Landwirtschaft nachgekommen. Sie stärkt damit gemeinsam mit Umweltminister Gabriel das Vertrauen von Landwirten und Konsumenten in eine Politik, die sich nicht der Wirtschaftsmacht internationaler Saatgutkonzerne beugt“, begrüßte Thomas Dosch, Präsident von Bioland, die Entscheidung. „Auf EU-Ebene muss sich Deutschland nun auch gegen die anstehende Neuzulassung von ,MON 810’ sowie von zwei weiteren Gen-Maissorten („Bt 11“ und „1507“) zum Anbau einsetzen, da auch hier weder Umweltrisiken ausgeschlossen noch das Verursacherprinzip im Schadensfall gewährleistet ist.“