BÄKO-magazin

Mühlen befürchten desaströse Getreideernte

Die Befürchtungen des Verbands Deutscher Mühlen hinsichtlich einer weltweit mengenmäßig weit unterdurchschnittlichen Getreideernte konkretisieren sich.

Die Befürchtungen des Verbands Deutscher Mühlen (VDM) hinsichtlich einer weltweit mengenmäßig weit unterdurchschnittlichen Getreideernte konkretisieren sich. Nationale und internationale Experten revidieren ihre Prognosen immer weiter nach unten. Meldungen nach den ersten Weizendruschergebnissen aus Deutschland liegen bis zu 15% unter den Vorjahreswerten. Für eine qualitative Einschätzung ist es laut VDM zwar noch zu früh, aber der wetterbedingt verzögerte Erntefortschritt beeinträchtige in zunehmendem Maße die Qualitäten.

 

Ernteeinbußen lassen die Preise hochschnellen

Auf der gesamten nördlichen Hemisphäre wird von Ernteeinbußen berichtet. Während in Kanada und Teilen Südosteuropas starke Regenfälle und Überschwemmungen im Frühjahr die Weizenbestände geschädigt haben, bedrohen in Russland, Kasachstan, Teilen der Ukraine und im Nordwesten der EU die anhaltende Trockenheit und die große Hitze die Ernte. Der Internationale Getreiderat geht nun von einer Weizenernte aus, die um 26 Mio. Tonnen unter dem Vorjahr liegt. All diese Nachrichten haben zu einem explosionsartigen Anstieg der Getreidepreise geführt.

 

„Die Entwicklung ähnelt der im Ausnahmejahr 2007. Seinerzeit haben sich die Getreidepreise binnen kürzester Zeit mehr als verdoppelt“, erinnert sich der VDM-Vorsitzende Hans-Christoph Erling. An der europäischen Warenterminbörse in Paris hat der Weizenpreis Anfang dieser Woche die Marke von 210 Euro je Tonne überschritten. Die Getreidepreise haben sich damit seit Jahresbeginn um etwa 80% erhöht. Ein Ende der Preisentwicklung sei nicht absehbar, zumal die Wetterprognosen eine zügige Ernte nicht erwarten lassen und so weiteren Spekulationen Nahrung geben.