BÄKO-magazin

Studie stützt biologischen Landbau

Bio-Produkte sind auch ernährungsphysiologisch besser als konventionell erzeugte, betonen Vertreter des Deutschen Naturschutzrings und des Forschungsinstituts für biologischen Landbau unter Berufung auf ein fünfjähriges Forschungsprojekt.

Bio-Produkte sind auch ernährungsphysiologisch besser als konventionell erzeugte, betonen Vertreter des Deutschen Naturschutzrings (DNR) und des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) bei der Vorlage der Ergebnisse des fünfjährigen europäischen Forschungsprojektes QLIF in Berlin. „Nach den Ergebnissen von QLIF enthalten Ökoprodukte bei verschiedenen Kulturen wie Kohl, Salat, Tomaten oder Kartoffeln gegenüber dem konventionellen Anbau deutlich höhere Gehalte an Antioxidantien, Vitaminen und bioaktiven Stoffen. Biomilch weist vor allem im Sommer 40–60% mehr Omega-3 Fettsäuren und konjugierte Linolsäuren (CLA) sowie 30–70% mehr Vitamine, Carotinoide und andere Antioxidantien auf“, erläuterte Projektleiter Urs Niggli.

Diese Ergebnisse widerlegen die vor kurzem veröffentlichte Studie der englischen Food Standard Agency (FSA), die großes Aufsehen in der deutschen Öffentlichkeit erzeugt hatte.

Organische Düngung ausschlaggebend

Hauptursache für die besseren Ergebnisse der Bio-Produkte ist die organische Düngung, deren Wirkung bisher unterschätzt wurde. Sie erhöht gegenüber der mineralischen Düngung beim konventionellen Landbau nicht nur die Gehalte an bioaktiven Stoffen, sondern beeinflusst auch die Genexpression, die Eiweißprofile und die Konzentration von Stoffen, welche die Abwehrkräfte der Pflanzen stärken.

Der ökologische Landbau weist zudem im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft positive Effekte für die biologische Vielfalt auf. Neben der Ausstattung mit naturnahen und miteinander vernetzten Flächen ist vor allem eine naturschonende Bewirtschaftung von Bedeutung. Biobetriebe haben wegen der gezielten Förderung von Nützlingen zur Schädlingsbekämpfung und den Bewirtschaftungsrestriktionen (Verzicht auf Pestizide und synthetische Düngermittel) einen höheren Anreiz, ökologische Ausgleichsflächen wie z.B. Hecken anzulegen. Durch den Verzicht auf die sehr energieaufwändige Herstellung und den Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger wird ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet.