BÄKO-magazin

Preiserhöhungen bei Verpackung drohen

Die Hersteller von Tüten, Beuteln, Tragetaschen und industriellen Vorverpackungen aus Papier kündigen in der Folge starker Rohstoffpreisschübe an dem Weltmärkten Preiserhöhungen an.

Die Hersteller von Tüten, Beuteln, Tragetaschen und industriellen Vorverpackungen aus Papier kündigen in der Folge starker Rohstoffpreisschübe an dem Weltmärkten Preiserhöhungen an. Man sehe sich momentan mit einer Ausnahmesituation konfrontiert, weil sich die Preisschraube für den wichtigsten Rohstoff Papier dramatisch nach oben bewegt, teilt der Industrieverband Papier- und Folienverpackung e.V. (IPV) mit.

 

Da der Rohstoff Papier einen Anteil von ca. 50% an den Gesamtkosten hat, ist der aktuelle Preisschub so gravierend. Für April 2010 ist eine erneute Verteuerung des Rohstoffs um mindestens 8% angekündigt. Es ist damit die dritte Preiserhöhung innerhalb der vergangenen sechs Monate. Allein seit Oktober 2009 seien die Papierpreise um durchschnittlich 15% angestiegen. Aufgrund dieser Extremsituation seien rohstoffbedingte Preiserhöhungen unausweichlich.

 

Abhängig von internationalen Rohstoffmärkten

Höhere Preise für Papier zeichnen sich zwar seit längerer Zeit ab, aber mit diesem Ausmaß haben die Experten nicht gerechnet. Wichtigster Auslöser sind die Entwicklungen auf dem Zellstoffmarkt, denn Papier besteht zu 80% aus Zellstoff. Die Zellstoffpreise sind aufgrund weltweiter Verknappung seit März letzten Jahres um über 60% gestiegen. Etwa 8% des weltweiten Zellstoffbedarfs werden von Chile gedeckt. Erdbebenbedingt sind dort die Produktionsanlagen sowie die Infrastruktur so beschädigt, dass mit einem Ausfall der Kapazitäten auf unbestimmte Zeit zu rechnen ist. Dazu kommen die Nachwirkungen lang anhaltender Streiks in Finnland. Nach Expertenschätzungen waren rund 70% der Kapazitäten der Papierhersteller nicht in Betrieb. Die hohe Nachfrage aus Asien saugt zusätzliche Zellstoffmengen ab.

 

Weitere Preisschübe beim Rohstoff Papier seien im Jahresverlauf 2010 zu befürchten, so der IPV. Auch könne die bereits aktuell schon angespannte Versorgung mit Papierrohstoffen zu ernsthaften Lieferengpässen in den kommenden Monaten führen.