BÄKO-magazin
Der „Brotlauf“ liegt Johannes Schultheiß sehr am Herzen und so freute er sich über das Versprechen des vollständig anwesenden Aufsichtsrats und Vorstand der BÄKO Region Stuttgart sowie des Vorstands der Landesinnung gemeinsam einen Sponsorenlauf zu begehen und Spenden für „Brot für die Welt“ zu sammeln.

Ein Ehrentag für den „Marathon-Mann“

Der Landesinnungsverband für das württembergische Bäckerhandwerk und die BÄKO Region Stuttgart verabschiedeten mit Johannes Schultheiß eine jahrzehntelang prägende Führungspersönlichkeit der Branche in seiner Heimatstadt – „Überraschungen“ inklusive.

Karin und Johannes Schultheiß (Mitte) freuten sich, dass Gunter Hahn (GF der BÄKO-Zentrale Süddeutschland, l.) und Holger Knieling (geschäftsführender Vorstand der BÄKO-Zentrale Süddeutschland) anwesend waren.

Rund 200 geladene Gäste aus Innungs- und Genossenschaftswesen, Freunde, Weggefährten und natürlich Familie, waren zu einer „Begegnung des Bäckerhandwerks“ im Neckar Forum in Esslingen versammelt, um Bäckermeister und Dipl.-Ing. Johannes Schultheiß für sein Engagement in nahezu allen Bereichen der Branche zu würdigen. Der 1949 Geborene übernahm nach einem Studium der Lebensmitteltechnologie 1984 mit Bruder Wolfgang die elterliche Bäckerei, die heute 23 Filialen betreibt und auf 130 Jahre Familientradition zurückblickt. Zu Jahresbeginn übernahm mit Sohn Frank und Neffe Christian Schultheiß die fünfte Generation die Geschäfte der „Stadtbäckerei Schultheiss“.  

Hohe Ehrung der Landesinnung
Der Stellvertreter und designierte Nachfolger als Landesinnungsmeister Martin Reinhardt würdigte Schultheiß' Verdienste um Verband und Bäckerhandwerk der Region. 1984 begann sein ehrenamtliches Wirken in der Innung als Obermeister der Bäckerinnung Esslingen, in diesem Jahr endet es nach 15 Jahren als Landesinnungsmeister – nicht ganz, denn nach der jetzigen Ernennung zum Ehren-Landesinnungsmeister wird er auch weiter eine Stimme sein, die Gehör findet. Ehefrau Karin, die ihm über all' die jahre den Rücken freihielt, wurde vom LIV Württemberg mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Martin Reinhardt (stellvertretender LIM Baden-Württemberg, r.) ehrte sowohl Johannes Schultheiß als auch Karin Schultheiß. Sie bekam von Brezelprinzessin Elisabeth Fleckenstein (l.) Blumen überreicht.

Michael Wippler, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, in dessen Vorstand Schultheiß von 2002 bis 2016 aktiv war, überbrachte die Grüße und den Dank des Dachverbands aus Berlin und betonte: „Engagement für den Berufsstand lohnt sich über die Tagesarbeit hinaus und macht Sinn. Durch die Herausforderung Ehrenamt wächst auch die eigene Persönlichkeit.“  

Verbandsdirektor Gerhard Schorr vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband verlieh Johannes Schultheiß als „ausdauerndem und begeisternden Bäcker, Genossenschaftler und Landesinnungsmeister“ die höchste Auszeichnung des Verbands, die Ehrennadel in Gold. 30 Jahre Arbeit im BÄKO-Aufsichtsräten, dazu 15 Jahre als Vorstand der BÄKO-Zentrale Süddeutschland und viele weitere Ehrenämter stehen für diesen Einsatz.

„Brotlauf“ macht Schule
Immer wieder wurde in den Würdigungen auch an die sportliche Passion des „Marathon-Manns“ Schultheiß erinnert, der seit Jahren als Läufer weltweit die anspruchsvollsten Strecken bewältigt, diese Veranstaltungen seit einiger Zeit zudem als „Fundraising“-Aktionen für „Brot für die Welt“ nutzt. Etwas Besonderes hatten sich dazu sein Nachfolger als Aufsichtsratsvorsitzender der BÄKO Region Stuttgart, Jürgen Waldschütz („ein gut bestelltes Feld übernommen“), sowie sämtliche Vorstände und AR-Mitglieder und der Vorstand des LIV ausgedacht: In „Brotlauf“-T-Shirts erschienen sie auf der Festbühne mit dem Versprechen, baldmöglich geschlossen an einem der Wohltätigkeitsläufe persönlich teilzunehmen. Ein Präsent für Sportkleidung gab es außerdem.

Auch BÄKO-magazin-Chefredakteur Falk Steins (l.) bedankte sich für lange Jahre guter Zusammenarbeit.

Johannes Schultheiß selbst liebt es gar nicht, derart in den Mittelpunkt gestellt zu werden. Der bescheidene Schwabe zollte dennoch allen Erschienenen herzlichen Dank, besonders der Familie und seinem persönlichen „Fanclub“: Ehefrau Karin und seinem Hund. Dann legte er demonstrativ Schlips und Kragen ab und begeisterte die Anwesenden mit einem Vortrag, in dem es vordergründig ums Laufen, mittelbar aber um das deutsche Bäckerhandwerk ging. Wie ein Marathonläufer müsse sich der Bäcker angesichts von riesengroßer Konkurrenz seine Nische im Feld suchen, den oft mühsamen und steinigen Weg mittels der erworbenen Fähigkeiten bewältigen und mit Einsatzfreude und Können fokussiert seinen Weg finden. Stehende Ovationen waren die Reaktion auf dieses mit viel Herzblut vorgetragene Plädoyer für den Bäckerberuf.

Der Lauf geht weiter …
Auch 2017 will Schultheiß mit dem „Brotlauf“ – sieben Marathonläufen in sieben Monaten – Geld sammeln für ein Projekt von „Brot für die Welt“ in Mosambik. Ein beeindruckender und von viel Empathie für andere und Achtsamkeit geprägter „Lebenslauf“ geht also in die nächste Runde.