BÄKO-magazin

Demographie und Gesundheitswahn

Am letzten Tag des diesjährigen BÄKO-Workshops in Fulda standen mit Prof. Dr. Thomas Straubhaar und Dr. Manfred Lütz zwei weitere Hochkaräter als Referenten auf dem Programm.

Am letzten Tag des diesjährigen BÄKO-Workshops in Fulda standen mit Prof. Dr. Thomas Straubhaar und Dr. Manfred Lütz zwei weitere Hochkaräter als Referenten auf dem Programm.Der Volkswirtschaftler Prof. Straubhaar, Leiter des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts und Lehrstuhlinhaber an der Universität Hamburg, schilderte unter dem Titel „Weniger ist manchmal mehr“ die Chancen und Perspektiven der Menschen und der Wirtschaft in einer schrumpfenden und alternden Gesellschaft wie der deutschen. Ausgehend von den wesentlichen demographischen Trends, die er kenntnisreich erläuterte, zeigte Straubhaar auf, mit welcher Art von Kunden das Bäckerhandwerk künftig zu rechnen hat, welche Trends die Geschäftsentwicklung bestimmen (Gesundheit, Bildung, Aktive Freizeit, Wohnen) und wo Wachstumsmärkte liegen. Gleichzeitig machte der Referent klar, wie wichtig zielgruppenspezifisches Marketing sowie entsprechende Produkt- und Prozessoptimierungen sind.Der Psychiater, Theologe und Bestsellerautor („Lebenslust“, „Gott“) Dr. Manfred Lütz führte auf dem BÄKO-Workshop mit seinem Referat „Gesund ist, wer nicht ausreichend untersucht wurde“ die „Risiken und Nebenwirkungen“ von Gesundheitswahn und Fitnesskult vor Augen. In einem Vortrag, der den Zuhörern abwechselnd Lachtränen in die Augen trieb und sie zutiefst nachdenklich machte, brach er eine Lanze für den gesunden Menschenverstand auch im Umgang mit der Gesundheit. Lütz hatte seinen Vortrag nicht nur mit launigen Episoden aus seinem reichen Erfahrungsschatz, sondern auch mit zahlreichen philosophischen Spitzen geschmückt. Seine Argumentation gegen einen Gesundheitswahn, der Alte, Behinderte und all jene, die nicht den sog. Schönheitsidealen entsprechen, auf der Strecke lässt, zeigte ihn nicht nur als grandiosen rheinischen Ironiker, sondern auch als Humanisten im besten Sinne."