WARENKUNDE

Die große weite Welt im Obstkorb

Teil 84: Exotische Früchte

Als Exoten werden handelsüblich seltener eingeführte Früchte aus tropischen und subtropischen Gebieten der Erde bezeichnet. Die vor allem aus Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien stammenden Früchte werden das ganze Jahr über importiert. Trotz wertvoller Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe wird die Freude an den fremdartigen Früchten schnell getrübt, wenn man nicht genau weiß, nach welchen Kriterien man sie einkaufen und lagern soll. Man sollte das Obst nicht nur nach Größe und Schönheit einkaufen. Sehr große Früchte weisen auf einen hohen Wassergehalt hin und sind meist nicht sehr aromatisch. Der Preis des Obstes richtet sich nach der Handelsklasse, welche man nach dem Verwendungszweck wählen sollte. Es sollte des Weiteren nur frisch eingekauft werden, da bei der Lagerung und durch Sonnenbestrahlung Vitamine und manchmal auch Aromastoffe verloren gehen. Viele Exoten schmecken überreif am besten, sind in diesem Zustand jedoch sehr empfindlich gegen Druck und Stoß. Die Aufbewahrung im Kühlschrank empfiehlt sich in den meisten Fällen. Exotische Früchte werden in Bäckerei und Konditorei im frischen Zustand für Obstkuchen, Sahnetorten, Eisbecher oder Obstsalate verwendet. Aromatischen Exoten wie Maracuja, Kaki, Granatapfel, Mango u.a. werden aber auch gefriergetrocknet als Convenience-Produkte für Sahnetorten und -desserts verarbeitet sowie ihr Fruchtmark für Speiseeis. Wegen ihres ansprechenden und frischen Aussehens werden die Früchte besonders gerne als Dekor für Torten, Desserts, Buffets etc. verwendet. Im Folgenden werden einige der wichtigsten exotischen Früchte näher vorgestellt.
Exoten auf die Torten

Cherimoya: Die Cherimoya gleicht äußerlich einer riesigen, hellgrünen Erdbeere. Mit ihrem sahneartigen, leicht zimtartigen Aroma gilt sie als eine der geschmacklich besten Früchte der Welt und wird als Dessertfrucht, für Fruchtsalate und Mixgetränke verwendet.Durian: Die bei Vollreife widerlich stinkende Frucht wird als harmonisch und köstlich schmeckend beschrieben. Sie wird als Frischobst verzehrt, Joghurt zugegeben, zu Speiseeis oder Marmelade verarbeitet, als Füllung in Gebäck verwendet oder man verarbeitet das gehackte Fruchtfleisch mit Salz, Pfeffer oder Zwiebeln zu einer pikanten Sauce. Die kastaniengroßen Samen können gegrillt oder geröstet und wie Nüsse verzehrt werden.Guave: Die apfel- oder birnenförmige Frucht mit der dicken, essbaren Schale besitzt süß-säuerliches, saftiges Fruchtfleisch mit vielen Samen. Die Frucht lässt sich wie Äpfel oder Birnen schälen und zubereiten. In den Anbauländern wird sie zu Saft, Nektar, Konfitüre und Konserven (Dessertfrucht) verarbeitet.Kaki (Sharon): Die Kakifrucht schmeckt bei nicht völliger Reife meist sehr herb, bei Hochreife jedoch sehr süß, leicht an Vanille erinnernd. Die Frucht wird auch zu Kompotten, Konfitüren, Konserven oder Sirup weiterverarbeitet.Kaktusfeige: Die stacheligen Früchte können zum Verzehr mit Kernen ausgelöffelt werden. Das gelbliche oder rosarote Fruchtfleisch ist wohlschmeckend und erfrischend.Kapstachelbeere (Physalis): Die kleinen, kugeligen Früchte mit vielen Samen im weichen, durchscheinenden Fruchtfleisch zeichnen sich durch einen feinen, leicht säuerlichen Geschmack aus. Sie wird hauptsächlich frisch verzehrt oder zu Konfitüren verarbeitet. Karambole (Sternfrucht): Das gelb durchscheinende, saftige Fruchtfleisch bildet quergeschnitten einen dekorativen fünfeckigen Stern, weshalb die Karambole häufig als Sternfrucht bezeichnet wird. Das leicht säuerliche Obst wird daher oft zum Garnieren von Platten, Desserts, Salaten und Drinks benutzt.
Geschmackserlebnis garantiert

Kumquat: In Größe und Form vergleichbar mit einer Pflaume sind Kumquats die kleinsten Zitrusfrüchte. Sie werden als ganze Früchte verzehrt, wobei die Schale süß, das Fruchtfleisch eher sauer schmeckt. In den Ernteländern wird sie roh und als Dessertfrucht gegessen, kann aber auch zu Kompott, Konfitüren und Konserven verarbeitet und auch kandiert werden.Litschi: Die nicht essbare Schale der Litschi verbirgt das köstlich schmeckende, saftreiche und gallertartige Fruchtfleisch, welches in den Anbauländern zu Konserven verarbeitet, in China auch getrocknet wird. Bei uns kommen Litschis zunehmend auch als Frischobst auf den Markt. Weitere Verwendungszwecke sind: Obstsalat, Kompott, Bowle, Cocktails und Weinerzeugung.Eng verwandt mit der Litschi ist die glatte, zimtbraune Longan-Frucht, die ebenfalls frisch verzehrt wird, aber auch in Konserven eingeführt wird. Auch die Rambutan-Frucht ist eine Verwandte der Litschi, unterscheidet sich von dieser vor allem durch ihr mit weichen Borsten besetztes Äußeres.Mangostane: Das helle Fruchtfleisch der Mangostane ist wie eine Zitrusfrucht unterteilt und zählt zu den köstlichsten Tropenfrüchten. Ihr Aroma wird wie eine Mischung aus Pfirsich, Weintraube, Ananas, Aprikose und Orange beschrieben. Sie sollte nicht gelagert, sondern möglichst bald genossen werden. Sie eignet sich gut zu Eis, püriert für Nachspeisen, Puddings, zum Mixen und für Salate.Maracuja (Passionsfrucht): Die rund-ovale Frucht mit der harten Schale besitzt bis zu 200 Samen und eine gallertartige Pulpe von intensivem, arteigenem Aroma. Da transportempfindlich, wird die Frucht meist in den Anbauländern zu Saft oder Nektar verarbeitet und zur Herstellung und Aromatisierung von Getränken, Likör, Speiseeis u. a. exportiert.Papaya: Unter der dünnen, grünlichen Schale versteckt sich das sehr süße, in der Konsistenz melonenartige rote Fruchtfleisch. Papaya wird reif als Obst und unreif als Gemüse gegessen. Sie eignet sich neben dem Frischverzehr vor allem als Nachtisch mit Zitronensaft, Weinbrand oder Creme und kann mit anderem Obst als gefüllte Papaya, Fruchtsalat oder Fruchtcocktail serviert werden.

Die gesamte Warenkunde zum Thema Exotische Früchte finden Sie in BÄKO-magazin 8/2003 auf Seite 45!