WARENKUNDE

Harter Kern mit köstlich-fruchtigem Inhalt

Teil 79: Kokos

Die Kokosnuss und die Kokospalme sind der Inbegriff für Sommer, Sonne, Strand und Meer. Beim Genuss von Kokosmilch oder des nussig schmeckenden Fruchtfleisches kommen unweigerlich Urlaubsgefühle auf.
Die Kokosnuss gehört zur botanischen Familie der Palmen. Innerhalb der Palmengewächse gibt es mehr als 200 Gattungen und weit über 2.000 Arten. Die Kokospalme (bot. Cocos nucifera L.) ist eine der vielseitigsten Kulturpflanzen. Sie wächst weltweit in tropischen Gebieten und kann bis 30 Meter hoch werden. Die gefiederten Blätter werden bis zu 7 m lang und 1 m breit. Rund 25 dieser Blätter bilden die typische Rosettenkrone.
Der botanische Artname "nucifera" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Nüsse tragend". Der Begriff Kokos geht auf das Spanische ("Coco" = Gespenst) zurück, offenbar wegen der drei Samenöffnungen, die der Kokosnuss ein etwas gespenstisches Aussehen geben. Bis ins 17. Jahrhundert hieß die Frucht lediglich "Kokos", erst danach sprach man von der Kokosnuss.
Steinfrucht - Keine Nuss

 

Zwar bringen auch junge Kokospalmen schon Blüten hervor, doch erst nach sechs bis acht Jahren tragen sie erstmals Früchte. Der Blütenstand besteht aus grünen Hüllblättern und mehreren langen, gelben männlichen und weiblichen Blüten in Rispenform. Nur rund ein Viertel der bis zu 800 Blüten wird befruchtet. Ab dem 15. Jahr trägt ein Baum je nach Sorte und Alter 50 bis 180 Nüsse pro Jahr - und das etwa 70 Jahre lang.


Eine voll ausgereifte Kokosnuss hat einen Durchmesser von bis zu 40 cm. Genau genommen ist sie gar keine Nuss, sondern eine Steinfrucht. Sie besteht aus mehreren Schichten. Außen ist sie von einer dünnen, gelb-braunen, lederartigen, mit einer Art Wachs überzogenen Oberhaut umgeben. Darunter liegt eine dickere, braun-rote Faserschicht. Diese umschließt eine harte, kugelförmige Steinschale, die den Samen enthält. Dieser bildet einen Hohlraum, der mit einer 1 bis 2 cm dicken, weißen Fruchtfleischschicht, die an der Steinschale haftet, ausgekleidet ist. Der Hohlraum ist mit einer milchig-weißen Flüssigkeit, dem Kokoswasser, gefüllt. Mit zunehmender Reife bildet sich aus dem Kokoswasser das Fruchtfleisch, das man in getrockneter Form als Kopra bezeichnet. Eine Kokosnuss mit Schale wiegt bis zu 2,5 kg. Der Kern der Frucht " die eigentliche Nuss " wiegt zwischen 0,5 und 1 kg.
Die Urheimat der Kokospalme liegt wahrscheinlich in Südostasien (Malaysia). Andere Vermutungen gehen dahin, dass sie aus Melanesien oder Polynesien stammt. Die Kokospalme gedeiht in tropischen Gebieten im Bereich von 30 Breitengraden beiderseits des Äquators " auf den Inseln der Südsee ebenso wie auf Sri Lanka, in Indien, Afrika oder Südamerika. Grob geschätzt bedecken Kokospflanzungen 3,5 Mio. ha der tropischen Gürtel aller Kontinente.
Wertvolle Inhaltsstoffe

 

Seit Jahrtausenden sorgte sie selbst für eine weltweite Verbreitung, denn ihre wasserundurchlässigen Früchte können auf dem Wasser treibend mehrere tausend Kilometer zurücklegen, ohne die Keimfähigkeit zu verlieren.


Das Fruchtfleisch kann zwar auch frisch verwendet werden, wird jedoch meist getrocknet, bis es nur noch 5 bis 7% Wasser enthält. In diesem Zustand ist es transportfähig. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts fand Kopra zunehmend in Europa Beachtung, wo daraus in Ölmühlen Kokosöl gewonnen wird. 100 g frische, geraspelte Kokusnuss hat ca. 350 kcal. Sie enthält 4,3 g Ballaststoffe, 9 g Kohlenhydrate, 35 g Fett und 3 g Protein. Entscheidend ist der sehr hohe Fettgehalt. Unter anderem enthalten ist Linolsäure (700 mg je 100 g essbarem Anteil), eine essenzielle Fettsäure, die im Körper nicht gebildet werden kann und mit der Nahrung aufgenommen werden muss.Kokosnüsse enthalten die Mineral-stoffe Kalium (380 mg), Phosphor (95 mg), Magnesium (40 mg), Natrium (35 mg), Calcium (20 mg) sowie geringe Mengen Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Selen und Jodid. Ferner sind die Vitamine B1, B2 und B6, Vitamin E, Vitamin C, Nicotinamid, Panthothensäure und Folsäure vorhanden.

Die gesamte Warenkunde zum Thema Kokos finden Sie in BÄKO-magazin 3/2003 auf Seite 47ff.!