Kümmelsamen haben einen typischen, angenehmen Geruch und einen charakteristischen beißend-würzigen Geschmack. Verantwortlich sind dafür die ätherischen Öle, deren Gehalt auch das wesentliche Qualitätsmerkmal für Kümmel in der Backbranche darstellt. So setzt die BÄKO beispielsweise ausschließlich auf zweijährige Ware aus osteuropäischem Anbau, deren Ölgehalt bei durchschnittlich 3,6% liegt. Qualitativ geringer einzuschätzende Ware, zumeist mit Beimischungen aus einjähriger Ernte, die nur einen durchschnittlichen Ölgehalt von etwa 1,3% erreicht, ist durch Analysen zu identifizieren und wird von der BÄKO nicht angeboten. Darüber hinaus wird durch Qualitätskontrollen sichergestellt, dass die Ware keinerlei Verunreinigungen enthält. Kümmel ist mit bis zu zwei Jahren vergleichsweise lange lagerfähig (vor Feuchtigkeit und Licht geschützt), sollte nach Möglichkeit aber früher verbraucht werden.
Schon immer stand neben dem Gewürzeffekt auch die Heilwirkung im Mittelpunkt. Kümmel gilt als Appetit anregend, krampflösend, sogar bakterienhemmend und als das beste pflanzliche Mittel gegen Blähungen. Viele schwer verdauliche Gerichte können durch die Zugabe von Kümmel vom menschlichen Körper leichter verarbeitet werden. Grundlage all dieser Anwendungen ist die Wirkung des ätherischen Öls im Kümmel, das die Sekretion von Magen- und Gallensäften anregt. In der Backbranche wird Kümmel zum einen für Gewürzbrote oder -brötchen benötigt, entweder in der Krume oder als Streubelag. Auch wenn die Bedeutung als Dekor in den letzten Jahren zurückging, blieb der Bedarf insgesamt konstant. Dabei ist allerdings zu differenzieren: Während Kümmel in Backwaren in Nord-, West- und Ostdeutschland so gut wie keine Rolle spielt, ist er in Süddeutschland, besonders im Raum Würzburg und in Niederbayern, aus den Backstuben gar nicht wegzudenken. Hier wird er vor allem für Roggenbackwaren verwendet. Auch in Österreich (Tirol u.a.) ist Kümmel ein Muss; man denke nur an die bekannten Vinschgauer Brote und Fladen. Zum anderen wird Kümmel vom Bäcker auch für Snackgebäck (z.B. Kümmelstangen, Käsegebäck) oder auch Spezialitäten wie Zwiebelkuchen benötigt. Kümmel – so man ihn denn mag – bereichert aber auch den gastronomischen Bereich, z.B. bei Fisch und Meeresfrüchten, Gemüsegerichten (vor allem Sauerkraut und andere Kohlgerichte), Salate,Fleisch und Wurstgewürzmischungen, Suppen und Eintöpfe, Käsegerichte, alkoholischen Getränken.
Kümmel ist im wahrsten Sinne des Wortes Geschmackssache: Nicht wenige finden seinen Geschmack aufdringlich stark oder sogar unangenehm, besonders wenn sie daran nicht gewöhnt sind. Daher ist im Zweifelsfall immer Zurückhaltung beim Einsatz dieses Gewürzes geboten.