WARENKUNDE

Teil 53: Teigwaren I

Grundnahrungsmittel in großer Formenvielfalt


Nudeln gehören zu den ältesten Grundnahrungsmitteln der Menschheit. Getreide wurde schon früh zwecks besserer Bekömmlichkeit zwischen Steinen zermahlen. Danach wurde das entstandene Getreideschrot mit Wasser zu einem Teig angerührt. Schließlich wurden die Fladen in der Sonne getrocknet, in Streifen geschnitten und in warme Brühe eingelegt - die Geburtsstunde der Nudelsuppe.

Zwar hätten die Italiener die Nudeln bzw. Pasta gerne erfunden, aber das älteste überlieferte Nudelrezept stammt aus China, wo vor über 4000 Jahren Teigwaren aus Weizenmehl, Eiern und Wasser hergestellt wurden. Auch andere Kulturvölker wie Griechen, Etrusker und Römer fanden Geschmack an Nudeln. Einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der Nudeln leisteten die Araber, die frische Nudeln trockneten, um sie haltbar zu machen. Für Karawanen und Kriegszüge standen sie jederzeit zur Verfügung und konnten leicht zubereitet werden. Nudeln gehören somit zu den ältesten Convenience-Produkten der Welt.

Auf welchem Weg Teigwaren ihren Siegeszug in Europa angetreten haben ist unklar. Man vermutet jedoch, dass die Griechen die Nudeln nach Süditalien brachten. Von dort verbreitete sich die Pasta über ganz Italien und das gesamte römische Reich.

Der Siegeszug der Teigwaren

 Das deutsche Wort "Nudel" geht auf das Lateinische "nodus" bzw. "nodellus" zurück, was Knoten oder Knötchen bedeutet. Diesem Wortstamm entstammt auch die Bezeichnung "Knödel", die ebenfalls zu den Teigwaren gehören.
In Deutschland begannen Teigwaren ihren Siegeszug um 1600, als die großen Handelshäuser sie bekannt machten. In vielen Familien wurden Nudeln zunächst selbst hergestellt, später übernahmen Bäcker die zeit- und arbeitsaufwendige Produktion. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde mit der Herstellung in Manufakturen begonnen, Ende des 19. Jahrhunderts begann man mit der industriellen Produktion.

Zur Herstellung von Nudeln braucht man nur wenige Grundzutaten: Hartweizen, Wasser und eventuell Ei. Die sorgfältige Auswahl dieser Rohstoffe ist äußerst wichtig, um eine hohe Produktqualität zu erreichen.
Nudeln werden in Deutschland immer beliebter, denn der Pro-Kopf-Verbrauch steigt seit Jahren kontinuierlich an. 1999 betrug der Pro-Kopf-Verbrauch 5,5 kg - Tendenz steigend. Internationaler Spitzenreiter beim Nudelverzehr ist jedoch Italien, wo pro Jahr und Kopf mehr als 28 kg Nudeln verzehrt werden.

Die gesamte Warenkunde zum Thema Teigwaren finden Sie in BÄKO-magazin 1/2001 auf Seite 49ff.!
 
 
 
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