Bisweilen rücken Produkte in den Fokus des Verbraucherinteresses, die in früheren Zeiten zur alltäglichen Ernährung zählten und im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten sind. So ergeht es auch dem Sanddorn, einem heimischen Gewächs mit erstaunlichem ernährungsphysiologischem und absatzwirtschaftlichem Potenzial.
Sanddorn, in der Umgangssprache u.a. auch Seedorn, Rote Schlehenbeere oder Korallenstrauch genannt, zählt zur Familie der Ölbaumgewächse. Der dornenbewehrte, sommergrüne Strauch kann Wuchshöhen von bis zu fünf Metern erreichen, wächst jedoch sehr langsam. Er ist winterhart und erträgt extreme Temperaturen, wenn er nur genug Sonne bekommt. Sein flaches, aber sehr breites und kräftiges Wurzelwerk gibt ihm guten Halt auch auf sandigen, trockenen Böden, daher gedeiht die genügsame Pflanze sowohl am Meeresufer als auch im Gebirge. In Deutschland finden sich natürliche Vorkommen in Süd- und Mittelbayern, in Baden-Württemberg und im Nordwesten Niedersachsens.
Das große Plus des Sanddorns ist sein erstaunlich hoher Gehalt an Vitaminen und anderen gesundheitsfördernden Vitalstoffen. Unter den insgesamt zehn im Sanddorn enthaltenen Vitaminen sticht besonders das reichlich vorhandene Vitamin C hervor, welchem die Pflanze den Beinamen „Zitrone des Nordens“ verdankt. An der deutschen Ostseeküste, wo Sanddornprodukte aufgrund des heimischen Anbaus schon lange Tradition haben, verarbeiten Konditoreien und Bäckereien die vitaminreichen Beeren zu ansprechenden Torten- und Gebäckspezialitäten und heben sich so vom Wettbewerb ab.