Dass viele Blüten und Kräuter essbar sind und dabei nicht nur optisch ein Genuss, sondern auch geschmacklich interessant, ist im Grunde keine neue Erkenntnis. Dennoch erlebt das Wissen um den filigranen Gaumenschmaus von Mutter Natur in den vergangenen Jahren eine regelrechte Renaissance.
Neue Delikatessen auf der Speisekarte
Dabei sind es vor allem Holunderblüten, Kapuzinerkresse und Zucchiniblüten, die mittlerweile nicht nur im Volksmund als genießbar bekannt sind, sondern die es immer häufiger für ein Intermezzo als Delikatesse auf die Speisekarten schaffen: ausgebackene Holunderblüten im Bierteig, Kapuzinerkresse-Kelche als farbiges, würziges „i-Tüpfchen“ im Salat oder mit Frischkäse gefüllte Zucchiniblüten als Antipasti der besonderen Art.
Weniger geläufig ist dagegen, dass man eine Vielzahl gängiger Blüten verzehren kann, z.B. Schlüsselblumen, Orangen- und Zitronenblüten, Lavendel, Ringelblumen, Rosen, Kornblumen, Geranien, Gänseblümchen, Stiefmütterchen, Sonnenblumen oder auch Veilchen. Eine Faustregel, nach der sich Experimentierfreudige richten können, lautet, dass alle Blüten jener Pflanzen, deren Obst genießbar ist (also etwa Apfel-, Birnen- oder Schlehenblüten) bzw. die Blüten aller essbaren Kräuter (also z.B. Pfefferminz-, Schnittlauch-, oder Thymianblüten) ebenfalls bekömmlich sind. Im Gegenzug dürfen alle Blüten sämtlicher als giftig bekannter Pflanzen auf keinen Fall zum Verzehr verwendet werden. Generell gilt: Nur vollkommen natürliche Blüten sind auch für den Verzehr geeignet.
In Backstube und Snackküche
Blüten lassen sich auf vielfältige Weise in Backstube und Snackküche integrieren und vereinen dabei auf der einen Seite avantgardistische Kreativität mit uralten Traditionen. Denn ihre Wirkung auf Speisen und Getränke wurde bereits vor vielen Jahrhunderten geschätzt. So aromatisierten die Römer ihren Wein beispielsweise gerne mit Borretschblüten oder Rosenblättern. Ein besonderes Hoch erlebten die Blüten auch im 16. und 17. Jahrhundert, als ihre Verwendung zum guten Ton in der edlen Küche gehörte – aber auch auf dem bürgerlichen Speisezettel kamen immer wieder Blüten zum Einsatz, sei es als Löwenzahnhonig oder Holunderblütensirup. Das Kandieren von Blüten ist eine uralte Möglichkeit, sie mithilfe von Zucker zu konservieren.
Die gesamte Warenkunde zum Thema Essbare Blüten finden Sie in BÄKO-magazin 5/2012 ab Seite 63!